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herz des himmels, Herz der Erde: Protagonisten und geschichten

JOSEFA HERNÁNDEZ PÉREZ (CHEPITA)
Tzotzil-Maya, Chiapas

chepitaAufgewachsen in einem traditionellen Maya-Dorf bei Chamulain, Chiapas, verließ Chepita mit 14 Jahren ihr Zuhause, um Nonne zu werden. Sie kam in Kontakt mit Vertretern der Befreiungstheologie und arbeitete in sozialen Projekten in den indigenen Gemeinden. Mehr und mehr begann Chepita, sich für die Traditonen der eigenen Maya-Kultur zu interessieren – tatsächlich hat die Maya-Spiritualität in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die Selbstverwaltung vieler indigener Gemeinden eine Renaissance erlebt. Chepita engagiert sich heute als Sozialarbeiterin, unter anderem in der Alphabetisierung von Frauen aus ihrem Dorf und im Aufbau eines Zentrums mit traditionellen Maya-Heilern. Zusammen mit ihrer Mutter bestellt sie das Maisfeld der Familie, wo der Mais in vier verschiedenen Farben wächst, gelb, weiß, rot und schwarz; in den Zeremonien repräsentieren sie die Himmelsrichtungen und die Farben der Menschheit.

DAS ENDE DES MAIS

Der Mais hat eine immense Bedeutung in der Mayakultur und -mythologie. Er ist Lebensgrundlage und Symbol göttlicher Schöpfung, das Zentrum von Alltagsleben, Familie, Arbeit, Identität. Nach dem Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya, sind die Menschen Kinder des Mais – die Göttern haben ihr eigenes Blut mit Maismehl vermengt, um daraus den Menschen zu formen. Mais gehört zu jeder Mahlzeit des Tages und wird noch heute nach den Vorgaben des alten Maya-Kalenders gepflanzt.

Nach dem Beitritt Mexikos an das Nordamerikanische Freihandelsabkommen NAFTA wurde der mexikanische Markt mit billigem Mais aus den USA überschwemmt – Regierungssubventionen ermöglichen den US-Farmern, den Mais deutlich unterhalb der Produktionskosten des Mais in Mexiko zu verkaufen. Seitdem hat sich die Armut in Mexiko drastisch verschärft, zahllose Bauern mussten ihr Land aufzugeben, 13 Millionen Menschen sind, meist illegal, in die USA emigriert. Chiapas ist davon mit am stärksten betroffen: Mit rund 60.000 Auswanderern hat es eine der höchsten Migrationsraten Amerikas. Zwei Drittel der Migranten sind indianische Bauern.

Die massenhafte Einfuhr von Mais aus den USA hat weitere drastische Konsquenzen: 40-60% des Mais ist genmanipuliert, trotz offiziellem Verbot wird er auch als Saatgut benutzt. Sorten wie der "Terminator"-Mais des Biotech-Konzerns Monsanto dringen immer weiter vor – da dieser Mais nach einer Saison steril ist, sind die Bauern gezwungen, jedes Jahr neues Saatgut von Monsanto zu kaufen. Über die Jahrtausende haben sich in Mexiko Tausende von Maissorten entwickelt; nun besteht das kaum zu kalkulierende Risiko, dass diese enorme Vielfalt durch die Einführung von genmanipuliertem Saatgut homogenisiert wird.

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