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herz des himmels, Herz der Erde: Protagonisten und geschichten

JERÓNIMO
Tzotzil-Maya, Chiapas

JeronimoJerónimo war während des Aufstands in Chiapas 1994 Comandante und Mitglied der Regierungsjunta der “Zapatisten”, der indianischen Befreiungsbewegung EZLN. Heute kultiviert er Mais auf einem Feld, das als Teil einer alten Hacienda zu den Ländereien gehört, die den Maya nach der Revolution 1994 zurückgegeben wurde. Im ehemaligen Gutshof ist inzwischen eine Schule eingerichtet, die Bewirtschaftung der Felder und die Kommerzialisierung des Mais erfolgt weitgehend auf kollektiver Grundlage.

DAS ENDE DES SCHWEIGENS

Am Neujahrstag 1994, dem Tag des NAFTA-Inkrafttretens, erklärte eine Gruppe von spärlich bewaffneten indianischen Bauern mit der Besetzung von fünf Bezirkshauptstädten in Chiapas dem mexikanischen Staat den Krieg – die EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) wurde erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Es kam zur militärischen Konfrontation, zehntausende Soldaten der mexikanischen Armee wurden in den leichter zugänglichen Gebieten von Chiapas stationiert, mehr als 150 Aufständische und Unterstützer getötet. Die Massenmedien berichteten weltweit, die Zapatisten gewannen mit ihrem Kampf um indianische Selbstbestimmung und soziale Rechte und ihrer außergewöhnlichen Organisation aus basisdemokratischen und Guerrilla-Anteilen große Sympathien; unter dem Druck der öffentlichen Meinung musste die Regierung das Militär schließlich zurückrufen.

Nach langen Verhandlungen wurden die “Vereinbarungen von San Andres” unterzeichnet, doch die die Zusage von Autonomierechten für die indigene Bevölkerung wurde von der Regierung nicht eingehalten. 1997 ermordeten Paramilitärs im Mayadorf Acteal 47 Menschen in der Dorfkirche. Die Zapatisten hatten damals bereits begonnen, autonome Gemeinschaften mit unabhängigen Verwaltungszentren in den schwer zugänglichen und von ihnen kontrollierten Gebieten von Chiapas zu gründen, mit eigenen sozialen Projekten, Bildungsprogrammen und einer basisdemokratisch ausgerichteten Struktur. Obwohl die EZLN den bewaffneten Kampf längst eingestellt hat und die autonomen Gemeinden von der mexikanischen Regierung weitgehend toleriert werden, bleibt die Gefahr einer erneuten Eskalation bestehen. Die Militärpräsenz in Chiapas ist enorm, die Aktivitäten der in der Region operierenden rechtsgerichteten Paramilitärs hat stark zugenommen.

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